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SEPA

Der Begriff Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum, auf Englisch Single Euro Payments Area (SEPA), bezeichnet im Bankwesen das Projekt eines europaweit einheitlichen Zahlungsraums für Transaktionen in Euro. In diesem Zahlungsraum sollen für Kunden keine Unterschiede mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen erkennbar sein.

Problemstellung und Ziel

Traditionell besteht in jedem Land ein nationales Zahlungsverkehrssystem. Dies umfasst

Parallel hierzu bestehen internationale Zahlungsverkehrsformate (z. B. SWIFT). Die Auslandszahlungen können um ein Vielfaches teurer sein als die Inlandszahlungen. Auch die Fehlerquote ist bei Auslandszahlungen viel höher, da die Auftraggeber die Zahlungsverkehrssysteme des Empfängerlandes nicht kennen und daher falsche Angaben machen. Im Rahmen der Schaffung eines Europäischen Binnenmarktes beklagt die EU-Kommission seit vielen Jahren, dass dies ein erhebliches Hindernis für den grenzüberschreitenden Handel darstelle.

Ziel des SEPA ist es, bargeldlose Zahlungen innerhalb der Teilnehmerländer so zu standardisieren, dass es für die Bankkunden keine Unterschiede mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen gibt.

Hieraus ergeben sich folgende Vorteile:

  • Zahlungsverkehr zwischen den teilnehmenden Ländern wird erleichtert
  • es gibt keinen Float bei Lastschriften mehr und Beschränkung des Floats bei Überweisungen auf einen Tag (seit 2012)
  • bestehende Speziallösungen z.b. für grenzüberschreitende Lastschriften werden durch Standards ersetzt
  • die benötigte Schnittstellenanzahl zwischen den ZV-Systemen werden durch den Einsatz des XML-Formats (SCT, SDD und später auch AZV) reduziert
  • die Vielfalt der Datenformate wird reduziert und Datenverlust durch Konvertierung wird vermieden
  • es gibt damit einen gemeinsamen Rechtsrahmen für die Zahlungsverkehrstransaktionen in Europa
  • die Entwicklung gemeinsamer Standards, Prozesse, Datenformate und Softwarelösungen wird gefördert
  • mittelfristig werden nationale Zahlungsverkehrssysteme ersetzt

Insbesondere der letzte Punkt ist wesentlich, da das parallele Bestehen nationaler und EU-weiter Zahlungsverkehrssysteme zu höheren Kosten führt und die Durchsetzung der EU-Normen verlangsamen oder verhindern würde.

Am 30. März 2012 wurde die Verordnung (EU) Nr. 260/2012[1] des europäischen Parlaments und des Rates vom 14. März 2012 zur Festlegung der technischen Vorschriften und der Geschäftsanforderungen für Überweisungen und Lastschriften in Euro und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 924/2009[2] veröffentlicht und trat damit in Kraft.

 
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